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AKEP Jahrestagung 2014

Anfang Juni in Berlin: AKEP Jahrestagung und Buchtage Berlin. Die Themenzusammenstellung Digital Touchpoints – wie der Content zum User kommt war ein weit gefasster Überblick von sich verändernden Produkten und Anforderungen an Verlage.

Gerrit Pohl, Plattform Evangelist bei Microsoft, sprach in seiner Keynote von der Notwendigkeit einer nachhaltigen Technik-DNA und forderte Verlage und Technologie-Anbieter auf, miteinander zu kooperieren. »Wir befinden uns im Umbruch. Er wird nie vorüber sein.« Er sprach viel aus der Perspektive des Nutzers, der sich zentral aggregierte Daten wünscht, die über Metadaten und Such-Logik intelligent auffindbar gemacht werden: »easy access = big success!«

Es folgen »Shortscuts« zu spannenden Themen – von iBeacons über Abomodelle wie Skoobe und readfy, Geschenkgutscheinen mittels snapload bis hin zu Augmented-Reality-Beispielen und WiFi-Angeboten in Reisemitteln als Infrastruktur für Leseproben oder E-Book-Verkäufe.

Der Nachmittag war in Subkonferenzen organisiert. Das bedeutet immer auch, dass es nicht möglich ist, alle Themen selbst mitzuverfolgen. So verpasste ich leider Karl Kratz, dessen Vortrag ein begeistertes Echo auf Twitter hinterließ und mit so spannenden Fragen, wie man auf Geräten sichtbar werde, die kein Display mehr haben, nachhallte. Immerhin habe ich ihn nun auf dem Schirm und werde mir die nächste Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen, wenn er mal wieder spricht.

Schwerpunkt der Subkonferenz eBook Update war der internationale E-Book-Markt. Johanna Schaumann, Jens Klingelhöfer, Peter Schmid-Meil und Fabian Kern zeigten spannende Einblicke. Hier ein unvollständiger Auszug:

  • Der Zugang zu Literatur ist nicht überall so selbstverständlich, wie man aus europäischer Perspektive erwarten mag: In Brasilien haben 2/3 der Städte keine Buchhandlung.
  • Der E-Book-Markt wächst hingegen stark. Die Marktanteile der Shops liegen dort aktuell zu je 30% bei Apple und Amazon, Google folgt mit 15%.
  • In der Arabischen Welt sind E-Ink-Reader gänzlich unbekannt. E-Books werden über Apps verkauft und hauptsächlich auf Smartphones gelesen.
  • Hürden für das Thema E-Books sind auf dem arabischen Markt neben der Darstellung der Schrift auch Zensur und fehlendes Vertrauen in Bezahlsysteme.
  • Regional sehr eingeschränkte Verbreitung, Verkauf einer Auflage teilweise nur in einer Stadt.
  • Große Player wie Amazon spielen noch keine Rolle.
  • Indien ist der drittgrößte englischsprachige Markt. Verlage wie HarperCollins und Random House haben dort eigene Lektorate für regionale Literatur
  • Markt mit sehr vielen Sprachen.
  • Ca. 30% Wachstum pro Jahr.
  • Verkauf größtenteils direkt von den Verlagen oder auf Messen. Kaum Buchhandlungen vorhanden.

Weitere Berichte:
Tolle Fotos von Karl Kratz: Impressionen von den Berliner Buchtagen #akep14

Nicolai Eckerlein und Robert Goldschmidt: Live-Blog zur #akep14 im akeplog

Ein paar Impressionen zur #akep14 von Vedat Demirdöven auf Flickr

Nadja Mortensen: Buchtage Berlin 2014: Mein Ausflug nach Digitalien

Weiterführende Links zu emerging markets:
Peter Schmid-Meil: der arabische E-Book-Markt
Geschichten aus 1.001 E-Book

Fabian Kern: eBook-Markt Indien
dpc & smart digits on the road: World Book Fair, New Delhi

Steffen Meier: Emerging Ebook Markets: Presentation Tehran Book Fair 2014 – from Gutenberg to the iPhone

Matthias Matting: News von den Buchtagen Berlin: Die eBook-Märkte in Brasilien, Indien und den arabischen Staaten

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